Tirols Tourismuslandesrat Mario Gerber (ÖVP) fordert vom Bundesministerium für Soziales eine rasche Veröffentlichung der Verordnung über das Kontingent für Saisonarbeitskräfte. Da die entsprechende Regelung für die kommende Saison weiterhin aussteht, sieht sich die Branche mit erheblichen Planungsschwierigkeiten konfrontiert. Es geht dabei um die Bewilligung von mehr als 6.000 Arbeitskräften aus dem Ausland, die für den Betrieb der Tourismus- und Gastronomieunternehmen als notwendig erachtet werden. Laut Gerber sei es trotz intensiver Bemühungen, heimisches Personal zu gewinnen, und einer niedrigen Arbeitslosenquote nicht möglich, den Bedarf ohne ausländische Arbeitskräfte zu decken. „Unsere Tourismus- und Gastronomiebetriebe stehen jeden Tag für Qualität, Gastfreundschaft und Wertschöpfung in den Regionen. Dafür brauchen sie aber auch die notwendigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betonte Gerber. Er warnte davor, dass ein Mangel an Personal zu eingeschränkten Angeboten und reduzierten Öffnungszeiten führen könne, was die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts gefährde. Hinter den Kulissen wird spekuliert, dass die Verzögerung der Verordnung mit anderen politischen Verhandlungen verknüpft sein könnte, etwa im Zusammenhang mit dem Insolvenzentgeltfonds oder der Neuregelung der Sozialhilfe. Offizielle Bestätigungen für diese Vermutungen liegen jedoch nicht vor. Gerber appellierte an das Sozialministerium unter Ministerin Korinna Schumann (SPÖ), für Planungssicherheit zu sorgen. Die Betriebe dürften nicht „auf der politischen Warteschleife stehen“, während die Vorbereitungen für die kommende Saison bereits in vollem Gange seien. Die Verhandlungen zur Kontingentregelung laufen nach aktuellem Stand zwar, ein verbindlicher Abschluss steht jedoch noch aus.
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